Boris´Alltag !

Meine Kolumne: Es ist doch immer irgendetwas !
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Irgendwo_auf_der_Welt, 05. Mai 2026
Reisezeit ist immer. Manche Menschen reisen, andere sind gerade nicht unterwegs, planen aber intensiv. Oft wird nun grundlegend neu geplant. Die Energiepreise gehen nicht so stark zurück, wie sie seit Beginn der Eskalation der Krisen im Nahen Osten angestiegen sind. Reisen ist teurer geworden – gefahren oder geflogen wird trotzdem. Sicher möchte niemand dorthin reisen, wo es gefährlich werden kann. Es muss aber schon noch Schlimmeres passieren, um sich beim Urlaub - der gefühlt verdienten Belohnung für das Ertragen des Alltags - einschränken zu wollen oder um sogar ganz auf den Urlaub zu verzichten. Auch das macht Reisen zu etwas Besonderem. Wenn denn Reisen etwas so Besonderes ist, dann wird es kaum völlig beliebig sein, wohin die Reise geht. Besteht nun etwa die Möglichkeit durch die aktuellen Krisen in der Welt etwas zu erkennen, was zunehmend zugedeckt wurde durch die Sehnsucht, mit vielen anderen in die fernsten und abgelegensten Regionen dieser Erde zu reisen?
Man könnte die nächsten Urlaube, Kurzurlaube oder Städtereisen nutzen, um zu erkunden, was in Deutschland und in unserer Nachbarschaft immer noch schön ist, und was in vielen Kriegen unversehrt blieb und welche materiellen und immateriellen Kostbarkeiten die jüngeren Generationen aus den Trümmern in den letzten 80 Jahren erschaffen haben.
Wenn wir es schaffen, schon früh unseren Kindern und Enkeln beispielsweise Hamburg - das Tor zur Welt - in den Perspektiven Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu zeigen, sie staunen zu lassen und mit ihren Blicken alles aufsaugen zu lassen – sie werden es für immer in ihren Köpfen haben. Wir könnten sie mitnehmen nach Berlin, dorthin, wo so oft schon Geschichte stattgefunden hat und immer sichtbar bleibt. Die Geschichte hat die Stadt nicht staubig, sondern bunt gemacht. Diese Vielfalt kann kaum jemand einfach hinnehmen. Die Kinder werden Fragen stellen. Und das ist gut so und so soll es sein. Überhaupt bleibt der Osten Deutschlands angesichts seiner kulturellen Substanz und seiner landschaftlichen Vielfalt und Schönheit leider vernachlässigt. Ich würde meinen Nachwuchs jetzt auch in monumentale Bauten und große Kirchengebäude mitnehmen. Ist es vorstellbar, dass ein Kind beim Anblick der riesigen Gewölbe völlig unbeeindruckt bleibt? Die Fragen von Kindern, die hierzu aufkommen, fordern uns heraus, gemeinsam Antworten zu finden, und zusammen für eine friedlicheres Mit- und auch Nebeneinander zu sorgen. Vielleicht schaffen es solche Besuche, ein Gefühl von Gemeinschaft, von gemeinsamer Geschichte zu verstärken und ein Gefühl zu säen, das Lust macht, Zukunft mitzugestalten. Auch der Süden beeindruckt. Die Alpen ragen majestätisch in den blauweißen Himmel. Hier scheint alles geordnet, ruhig und friedlich zu verlaufen. Es ist bestimmt nicht nur verkehrt, an alten Traditionen festzuhalten. Letztlich will ich auch den literarisch als identifikationsstiftend beschrieben und besungenen Rhein als ein mögliches Bindeglied in der globaler werdenden Welt erwähnen. Der Rhein war immer mehr als ein Fluss von nationaler Bedeutung. Er ist schon immer ein wichtiges Ökosystem, als Wasserstraße schon lange bedeutender Träger von Energie- und Wirtschaftsleistung und schon ewig Dreh- und Angelpunkt europäischer Politik und Geschichte. Wer jemals eine chinesische Reisegruppe während einer Flussfahrt auf dem Rhein beim lauten, kollektiven Bestaunen der Lorelei erlebt hat, glaubt daran, dass Deutschland wohlmöglich auch ein verdammt schönes Land ist und vielfältige Werte hat, für die wir alle gemeinsam beieinanderstehen können.
Gute Reise – wohin auch immer Sie wollen!


